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Schiffsfonds MS „Bluestar“ – LG Aurich verurteilt Embdena Partnership zur Schadensersatzzahlung an geschädigten Kapitalanleger [Az. 6 O 384/12 (34)]

 

Das Landgericht Aurich hat mit Urteil vom 28.09.2012 [Az. 6 O 384/12 (34)] die Embdena Partnership GmbH dazu verurteilt, an einen von der Anwaltskanzlei Ricken vertreten Kapitalanleger Schadensersatz in Höhe der von dem Kläger erbrachten Zeichnungssumme (abzüglich bereits erhaltener Ausschüttungen) zu zahlen; zugleich ist der Kläger von der Embdena Partnership von allen gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen, welche sich aus seiner Beteiligung an der MS „Bluestar“ resultieren, freizustellen. Im Gegenzug überträgt der Kläger seine streitige Beteiligung an diesem geschlossenen Schiffsfonds an die Embdena Partnership GmbH. Im Ergebnis ist der Kläger nach dem Urteil des LG Aurich nun so zu stellen, als ob er sich nie an diesem Schiffsfonds beteiligt hätte.

Die Embdena Partnership trat bei dem im Jahre 2004/2005 aufgelegten Schiffsfonds MS „Bluestar“ als Gründungskommandistin und Emissionsgesellschaft auf, welche zugleich den Prospekt, mit welchem die Anleger für diese Beteiligung eingeworben, herausgab; ebenso übernahm sie als Treuhandkommanditistin die treuhänderische Verwaltung der von den Anlegern gezeichneten Kommanditeinlagen. In diesen vielfältigen Funktionen nahm die Embdena Partnership nach Auffassung des LG Aurich bei der Einwerbung der Anleger besonderes Vertrauen in Anspruch, welches sie nachhaltig verletzt hat. Denn wesentliche Aspekte wurden im Prospekt verschwiegen:

Die MS „Bluestar“ sollte zu einem Kaufpreis von 12 Mio. US$ erworben werden. Dieser Kaufpreis wurde durch eine Kurssicherungsgarantie dahingehend abgesichert, dass er 9,5 Mio € entsprechen sollte. Was die Anleger nicht erfuhren und auch nicht aus dem Prospekt ersehen konnten war der Umstand, dass diese Kursabsicherung nicht – wie üblich – durch ein Kreditinstitut, sondern durch die Embdena Partnership erfolgte. Hierdurch konnte die Embdena Partnership einen Kursgewinn in nicht unerheblicher Höhe – tatsächlich mehr als eine halbe Million Euro – erzielen, was bereits bei der Herausgabe des Prospektes für sie ersichtlich war. Hierdurch hatte die Embdena Partnership zum einen somit ein erhebliches finanzielles Eigeninteresse am bloßen Zustandekommen des Anlageprojektes. Zum anderen wurde dieser Gewinn der Embdena Partnership zugleich zu Lasten des Fondsvermögens und zum Nachteil der Rentabilität des Anlageobjektes erzielt.

Fließen einem Gründungsgesellschafter zu Lasten des Fondsvermögens finanzielle Sondervorteile zu, hat er die Anleger hierüber nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes aufzuklären. Tut er dies – wie im vorliegenden Fall – nicht, haftet er den Anlegern für den ihnen entstandenen Schaden.

Anlegern, die sich ebenfalls an dem geschlossenen Schiffsfonds MS „Bluestar“ – oder weiteren Fonds der Embdena Partnership, insbesondere den „Schwesterschiffen“ MS „Eaststar“, MS „Nordstar“ und MS „Oceanstar“ - beteiligt haben, empfehlen wir, sich kurzfristig mit einem auf den Bereich des Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwaltes in Verbindung zu setzen, um ihre Ansprüche gegen die Embdena Partnership prüfen zu lassen.

Vanessa Meyer
Rechtsanwältin